Gewalt gegen Frauen

(2012/04) Ab sofort können die lange erwarteten Erzählkarten bei BIG e.V. bezogen werden. Das dreiteilige Set aus Bilderkarten, die typische Szenen und Stationen partnerschaftlicher Gewalt zeigen, eignet sich für den Gebrauch in vielerlei formellen und informellen Gesprächssituationen als leichter Einstieg in die Thematik oder als Instrument in der Gruppenarbeit.

  • Wo liegt die Grenze zwischen Streit und Gewalt?
  • Ab wann benötigen Betroffene Hilfe und Unterstützung?

Sich häuslicher Gewalt zu entziehen und verbalen und tätlichen Angriffen auszuweichen, erfordert enormen Mut und Selbstüberwindung.

Ein erster Schritt ist getan, wenn Kommunikation ermöglicht wird. Die jetzt erhältlichen Erzählkarten wurden entwickelt, um einen assoziativen Zugang zum Thema häusliche Gewalt zu bekommen und zum Sprechen, Schreiben, Malen… anzuregen. Sie sollen helfen, einen ersten Anstoß zum Erzählen zu geben, indem sie zur Beschreibung der Bilder anregen während sie einen behutsamen Übergang zum Austausch über die eigene Situation ermöglichen.

Die Erzählkarten bestehen aus drei Serien, die den Fokus auf jeweils unterschiedliche Aspekte der häuslichen Gewalt legen. Jede Serie besteht aus Erzählkarten mit und ohne abgebildeten Schriftzug. Die Silhouettenillustrationen geben den Bildern eine universelle Ausrichtung -  Alter, Nationalität und soziale Schicht treten in den Hintergrund. Sichtbar bleibt einzig das Wesentliche: die Dynamik von Gewalt.

  • Serie 1: [UN]worte – Situationen häuslicher Gewalt mit einem positiven Aspekt
  • Serie 2: VERworte – Szenario einer Familiensituation
  • Serie 3: Wort…LOS – Gefühle und Empfindungen von Betroffenen

Serien mit Schriftzug eignen sich für Information, Aufklärung, Illustration, stärkere Verankerung von Inhalten und Diskussionen, Einleitungen zu bestimmten Themen bis hin zu Sprachschulungen.

Serien ohne Schriftzug regen zur Kommunikation durch Beschreiben, Erklären

und Erzählen an. Offene Diskussionen, Bezugnahme zu eigenen Erfahrungen, Anregung zur individuellen Auseinandersetzung mit dem Thema häusliche Gewalt im Sinne von Sprechen, Schreiben, Malen…

(2012/04) Erstmals wird in Berlin ein Konzept praktisch umgesetzt, das die Arbeit mit Tätern und den Schutz ihrer Partnerinnen kombiniert. Im Rahmen der Modellphase werden bis September zwei Kurse für Täter im Umfang von 12 bzw. 26 Stunden stattfinden.

Basis des Projektes ist die enge Kooperation der Täterberatungseinrichtungen mit den Fachberatungs- und Interventionsstellen für Frauen bei häuslicher Gewalt. Ziel ist erstens, den Schutz betroffener (Ex-)Partnerinnen von Tätern in Täterprogrammen auszubauen. Zweitens soll mit dem Kurzzeitprogramm die Zahl der Weisungen in Täterprogramme durch die Amtsanwaltschaft erhöht werden.

Das Modellprojekt wurde von BIG Koordinierung gemeinsam mit Berliner Beratungsstellen entwickelt (BZfG, Volksolidarität, Bora, Tara, Interkulturelle Initiative, Frauenraum und Frauentreffpunkt).

Durchgeführt wird die Modellphase von den beiden Täterarbeitseinrichtungen BZfG und Volkssolidarität sowie von den Fachberatungs- und Interventionsstellen Tara, Interkulturelle Initiative und Frauentreffpunkt. Nach dem Ende der Modellphase im September gibt es bislang keine Anschlussfinanzierung.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Koordinator für Täterarbeit Stefan Beckmann bei BIG e.V. 

(2012/04) Mit einer Petition ruft der Global Fund for Women die Mitgliedsstaaten des Europarats zur Ratifizierung der Europarats-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Cahvio) auf. Unterstützer/-innen können die Petition online unterzeichnen und mit ihrer Stimme das wichtige Anliegen mit wenigen Klicks unterstützen.

Cahvio ist das erste staatenübergreifende rechtsverbindliche Dokument in Europa im Kampf gegen Gewalt an Frauen: es legt explizite Verpflichtungen des Staates fest, gegen geschlechterspezifische Gewalt an Frauen in Friedens- und Kriegszeiten und häusliche Gewalt vorzugehen und Prävention, Beratung, Schutz und effektive Rechtsmittel für gewaltbetroffene Frauen zu garantieren.

Das Abkommen wurde am 11. Mai 2011 in Istanbul vom Ministerkomitee des Europarats verabschiedet. Bislang ist es nur eine politische Willenserklärung ohne rechtliche Verbindlichkeit, denn in Kraft tritt es erst, wenn es von 10 Mitgliedsstaaten ratifiziert wurde. 15 Mitgliedsstaaten haben bislang unterzeichnet, die erste Ratifizierung steht noch aus. 

(2012/04) Seit Januar betreibt die Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St.-Hedwig-Krankenhaus in Kooperation mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales eine Spezialambulanz. Diese Traumaambulanz bietet im Rahmen des Opferentschädigungsgesetzes (OEG) psychotherapeutische Unterstützung für erwachsene Frauen und Männer, die Opfer einer Gewalttat geworden sind. Auch Zeugen mit psychischen Belastungserscheinungen können sich melden.

(2012/04) Seit Anfang des Jahres bietet das Frauenkrisentelefon mehrere neue Beratungsangebote: Sozialberatung für Frauen mit Migrationshintergrund, E-Mailberatung und interkulturelle Gruppenberatung zu den Themen „Trennung und Beziehungskrise“ und „Stabilität durch Selbstwertstärkung“.

(2012/04) Der Bundesweite Koordinierungskreis gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozess e.V. hat für eine größere Nutzer(innen)freundlichkeit Technik und Design seiner Webpräsenz überarbeitet.

Wichtigste Neuerung ist neben vielen anderen die Suchmaske für Fachberatungsstellen im gesamten Bundesgebiet. Mit ihrer Hilfe können sämtliche in Deutschland arbeitenden Beratungseinrichtungen für Betroffene von Menschenhandel gefunden werden. 

(2012/04) Ab sofort ist die ZIF nicht mehr in Kassel, sondern in Köln ansässig. Erreichbar ist das Büro Montag und Donnerstag von 9 bis13 Uhr sowie mittwochs von 14 bis 17 Uhr.

Die ZIF ist eine parteipolitisch und konfessionell unabhängige NGO, die 1980 von Frauenhausmitarbeiterinnen und aktiven Frauenhausvereinsfrauen gegründet wurde. Sie ist die Vernetzungsstelle und Interessensvertretung Autonomer Frauenhäuser, führt Kampagnen gegen Gewalt an Frauen durch, leistet Öffentlichkeitsarbeit, organisiert und koordiniert Tagungen und Arbeitsgruppen. 

(2012/04) In Teilen von England und Wales sollen Frauen zukünftig Informationen darüber einholen dürfen, ob ihre Partner eine polizeilich bekannte Vorgeschichte häuslicher Gewalt haben. Die Maßnahme trägt nach der von ihrem Exfreund ermordeten Clare Wood den Namen „Clares Law“. Die 36-jährige Mutter hatte wegen des gewalttätigen George Appleton mehrfach die Polizei kontaktiert, bevor dieser sie ermordete. Von seiner der Polizei bekannten gewalttätigen Vorgeschichte wusste sie nichts.

Das Programm ist allerdings umstritten, da nur ein Bruchteil partnerschaftlicher Gewalt polizeilich erfasst wird und wohl nur wenige Frauen tatsächlich eine Anfrage bei der Polizei machen würden. Frauenrechtlerinnen weisen darauf hin, dass eine Verbesserung polizeilicher Intervention bei häuslicher Gewalt sinnvoller wäre als die neue Maßnahme.

(2012/04) Die Konferenz fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Prominente aus Showbusiness und Politik wie Reese Witherspoon und Ex-Präsident Bill Clinton waren zu Gast, viele Workshops füllten das Programm vom 27. Februar bis 1. März.

Ein Rückblick sowie Videos von vielen Reden und Programmpunkten gibt es auf der Website der Konferenz (englisch).

www.worldshelterconference.org/en/participate/program.html

 

(2012/04) Das Kulturradio des rbb sendet am Dienstag, den 10.04., um kurz nach 19Uhr eine fast halbstündige Reportage anlässlich des 10jährigen Jubiläums des Gewaltschutzgesetzes.

Der Beitrag fragt nach Erfolgen und Lücken in der Rechtsprechung und lässt die verschiedensten Akteure und Akteurinnen aus Politik, Frauenbewegung und Beratungspraxis zu Wort kommen, unter anderem auch Mitarbeiterinnen von BIG e.V.

Wer schlägt, muss gehen. 10 Jahre Gewaltschutzgesetz
Von Diana Engel

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